Bundespräsident Steinmeier hält 14. Weltethos-Rede

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat gestern im Festsaal der Universität Tübingen die 14. Weltethos-Rede gehalten. Steinmeier bezeichnete die Weltethos-Idee in unseren Zeiten als "keinesfalls obsolet", sondern "von unerhörter historischer Dringlichkeit".

Mit dem Hinweis auf aktuelle Krisenereignisse in Deutschland und in der Welt betonte er die niemals zu unterschätzende Notwendigkeit zur Gesprächsbereitschaft. Zugleich kritisierte er die heute oft zu simple Bildung von Meinungen und Wahrheiten. Insbesondere das Gequassel auf Sozialen Medien, von Leuten, die keine Ahnung haben sei gefährlich. Er warnte auch zur Vorsicht bei vorschneller Kritik an den demokratischen Politikern im Kontext der drängenden ökologischen Fragen. Die Demokratie sei die einzige Staatsform, die in der Lage sei, mit gesellschaftlichen Herausforderungen dieser Größe umzugehen.

Stifter Karl Schlecht, der seit 1998 Hauptförderer der Weltethos-Idee und speziell der Weltethos-Reden ist, kam mit Frank-Walter Steinmeier anschließend über den Komplex "Weltethos-Idee" ins Gespräch. Sein Fazit:

"Unser Bundespräsident bezeugte das wichtige philosophische Wesen der Weltethos-Idee in echt Tübinger Perspektive. Seit Küng ist sie die jedem verständliche, vertrauensbildende Wirkformel unserer traditionellen 'Du-Sollst'-Gebote. Diese Grundlage unserer westlichen Kultur, die individuelle Ur-Ethik, kam leider nicht klar genug zum Ausdruck. Daher zeigte ich als Stifter spontan dem mir schon persönlich bekannten Bundespräsidenten die Rückseite meiner Visitenkarte, mit dem Hinweis, hier stehe der 'Kern seiner Rede' in Kurzform."

An der Universität Tübingen hat die Weltethos-Rede inzwischen fast 20 Jahre Tradition.

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