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Kulturelle Kompetenz in der Wirtschaft: Drei Programme der KSG

Teilnehmende am Programm Discover ©Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft

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Wieso engagiert sich die Karl Schlecht Stiftung (KSG) eigentlich im Themenbereich Kulturelle Bildung für den Führungsnachwuchs? Dazu Dr. Katrin Schlecht, Vorstand der KSG, und Dr. Kira Eghbal-Azar, Senior-Referentin Kulturelle Bildung, zum Handlungsfeld „KULTURELLE KOMPETENZ IN DER WIRTSCHAFT“.

 

Was bedeutet Good Leadership aus kultureller und künstlerischer Sicht?

Dr. Katrin Schlecht: Gute Führung braucht geistig wendige Menschen, die über den Tellerrand hinausschauen und vielfältige Lösungen finden können. Menschliche Kreativität halte ich deshalb für die unverzichtbare Schlüsselkompetenz – gerade im Zeitalter der Digitalisierung. Denn Maschinen können nicht kreativ denken. Nur durch kreative Menschen bleiben Wirtschaft und Gesellschaft beweglich, nur durch kreative Menschen können andere motiviert und mitgerissen werden.

Dr. Kira Eghbal-Azar: Die KSG fördert in diesem Handlungsfeld seit 2017 das Bronnbacher Stipendium des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft im BDI e. V., das bereits seit 2004 existiert. Das Programm ‚DISCOVER – Leadership training through arts‘ haben wir gemeinsam mit dem Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft und der Daimler AG im Jahr 2019 konzipiert. Relativ neu ist das Projekt gegenwART in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Stuttgart, das Achtsamkeitstraining mit kreativen Prozessen in Verbindung bringt.

Was bringt kulturelle Bildung angehenden Führungskräften?

Dr. Katrin Schlecht: Wer andere führen möchte, sollte einiges mitbringen! Kulturelle Bildung bedeutet für mich, offen an neue Fragen heranzugehen, assoziativ zu denken und Probleme kreativ lösen zu können. Kunst und Kultur sind so vielfältig. Wer sich damit beschäftigt, trifft immer wieder auf inspirierende Ansätze, die das eigene Handeln bereichern können. Zudem ist das Feld so weit, dass man nicht selten Dingen begegnet, die man nicht auf Anhieb versteht. Damit umzugehen, ist eine wertvolle Erfahrung. Man wird sich seiner eigenen Fähigkeiten und Grenzen bewusst. Aber man beginnt auch, sich hineinzudenken, nachzufragen, zu recherchieren und dabei zu wachsen.

Was verbindet die drei Programme und welches Ziel haben sie?

Dr. Katrin Schlecht: Die Programme stärken Selbstreflexion und Empathie, weiten den Blick und fördern so die Persönlichkeitsentwicklung. Denn nur wer sich selbst gut kennt und führen kann, kann auch andere führen. Das Verbindende ist die ganz individuelle, künstlerische Selbsterfahrung, die die Teilnehmenden machen. Dazu fördern wir alle Programme über Voll-Stipendien für die Teilnehmenden. Ziel aller Programme ist, die eigene Kreativität zu erfahren und sie sich als Quelle für gute Führung zugänglich zu machen.

Und was unterscheidet die Programme?

Dr. Kira Eghbal-Azar: Neben inhaltlich verschiedenen Konzepten sind es auch organisatorische Aspekte und Unterschiede in der Intensität und der Dauer. Wir wollen Studierende ansprechen, die zum einen verschiedene Zeitkontingente einbringen können und wollen, und die zum andern auch aus unterschiedlichsten Disziplinen kommen. Das Bronnbacher Stipendium ist ein Programm, in dem die Teilnehmenden über ein Jahr die verschiedenen Workshops erleben und einen langfristigen Prozess durchlaufen. Es findet exklusiv für Studierende an der Universität Mannheim und dem Karlsruher Institut für Technologie statt. Ein Jahr ist eine sehr intensive Erfahrung; die Gruppendynamik und persönliche Entwicklung innerhalb dieses Programmes haben eine ganz eigene Dimension. Das Commitment, an so einem Programm - neben einem Master-Studium – teilzunehmen, muss erstmal da sein.

Aus dem Bronnbacher haben wir viel gelernt und aus diesen Erfahrungen auch das Programm mit dem Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft und der Daimler AG entwickelt. DISCOVER ist ein viertägiges Workshop-Programm, das für Trainees aus der Wirtschaft und Master- und Promotionsstudierenden unterschiedlicher Universitäten und Hochschulen deutschlandweit zugänglich ist. Der Schwerpunkt liegt hier neben der künstlerischen Erfahrung noch deutlicher auf dem Transfer dieser Erfahrung auf Führungsaspekte. Es ist viel kompakter und liefert primär Impulse, die eigenen künstlerisch kreativen Talente zu entdecken und dann eigenverantwortlich weiter zu kultivieren. Der nächste Durchgang findet im Juni 2022 statt. Die Bewerbungsfrist für Interessierte ist verlängert bis zum Montag, den 2. Mai.

gegenwART ist ein Programm, das den Fokus insbesondere auf das Thema Achtsamkeit und Kreativität richtet und auf der Methodik ‚MBSR – Mindfulness Based Stress Reduction‘ von Jon Kabat-Zinn zurückgeht. In Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Stuttgart, in diesem Jahr im Kontext der Ausstellung von Tobias Rehberger, wird eine ganz besondere Erfahrung daraus. Geleitet wird das Programm von einem MBSR-Experten und einem Künstler und Kunstvermittler.


Wer mehr erfahren möchte:
undefined DISCOVER - Leadership training through arts
undefined Bronnbacher Stipendium
undefined gegenwART